ZUKUNFT GESTALTEN:
Integrales Konzept zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement 

 Hier finden Sie aktuelle Informationen: 

 

15.07.2026 – Was haben wir vor? 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,  

mit Blick auf die zunehmenden und intensiver werdenden Extremwettersituationen weltweit sowie in Bayern, möchten wir unsere Gemeinde bestmöglich auf die möglichen Gefahren durch Starkregen, Sturzfluten und Hochwasser vorbereiten und schützen.  

 Aufgrund der charakteristischen Entstehungseigenschaften von Starkregen und Sturzfluten kann ihr räumliches und zeitliches Auftreten nur schwer bis gar nicht vorhergesagt, geschweige denn vor den Auswirkungen gewarnt, werden. Somit ist vorrausschauendes Handeln angesagt! Oft genug hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass Starkregen selbst weit weg von Gewässern zu erheblichen Problemen führen kann und ein enormes Gefahren- und Schadenspotential für bebaute bzw. bewohnte Gebiete mit sich bringt. 

 

Auch in der Gemeinde Mamming haben starke Regenfälle in den letzten Jahren immer wieder zu Problemen im Gemeindegebiet und Beeinträchtigungen durch Überflutungen im bebauten Gebiet geführt. Der ein oder andere erinnert sich sicher auch noch an die Sturzflut an Pfingsten 1997. An welchen Stellen, die entstandenen Überflutungen dabei durch das „wild“ über die Geländeoberfläche abfließende Wasser oder durch Hochwasser aus den eigentlichen Fließgewässern selbst hervorgegangen ist, war dabei teils schwer zu unterscheiden. 

  • Als „wild abfließendes Wasser“ (pluvial) bezeichnet man all das Wasser, welches in Folge eines Starkregenereignisses außerhalb eines Gewässers bzw. Bachbettes, der Geländeneigung folgend, über die Geländeoberfläche abfließt. Quasi alles oberirdisch abfließende Wasser, bis zu dem Punkt, wo es in einem Gewässer ankommt. Bei geringer Geländeneigung kann das Wasser auch auf Flächen stehen bleiben, bis es versickert oder verdunstet ist.  
  • Als Hochwasser (fluvial) bezeichnet man hingegen, wenn sich in einem Fließgewässer (Bach, Fluss) so viel Wasser gesammelt hat, dass die Wassermenge das Abflussvermögen des Bachbetts übersteigt und das Gewässer über seine Ufer tritt. 

 Mit der Unterstützung aus Fördermitteln des Freistaates erarbeiten wir zurzeit in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro S² ein sogenanntes 

 

„Integrales Konzept zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement“ – kurz: Sturzflutkonzept. 

 Im Rahmen des integralen Konzeptes werden die potenziellen Gefahren und Risiken für unser Gemeindegebiet im Zusammenhang mit Starkregen ermittelt, lokale Schutzziele definiert und örtlich spezifische Schutzmaßnahmen aufgezeigt. Mittels hydrodynamischer Modellierung werden flächendeckend für das Gemeindegebiet Starkregengefahren- und Starkregenrisikokarten erstellt. Die Ergebniskarten geben ein Bild davon, wo im Gemeindegebiet es zu Überflutungen und Schäden durch Starkregen und Sturzfluten kommen kann.  

 Konkret besteht das Konzept aus den folgenden 5 Grundbausteinen 

  • 1. Bestandsanalyse 
  • 2. Gefahrenanalyse 
  • 3. Gefahren- und Risikobeurteilung mit Festlegung der Schutzziele 
  • 4. Konzeptionelle Maßnahmenentwicklung 
  • 5. Entwicklung einer Gesamtstrategie 

 

Neben der konzeptionellen Erarbeitung von technischen Schutzmaßnahmen (bspw. Schaffung von Notabflusswegen, Optimierung des Kanalnetzes, Angepasste Wege- und Entwässerungsgestaltung, Mulden, Zisternen, etc.) kommt auch der Umsetzung von nichttechnischen Maßnahmen (bspw. Öffentlichkeitsarbeit und Risikokommunikation, Aufstellung von Alarm- und Einsatzplänen, Anpassung/ Optimierung von Verwaltungsabläufen, Elementarschadenversicherungen, etc.) eine hohe Bedeutung zu.  

 

Ein zentrales Ziel hierbei ist die Schaffung eines gesellschaftlichen Risikobewusstseins.  

 

Durch ein verbessertes Verständnis der Thematik soll die allgemeine Widerstandsfähigkeit der Gemeinde gegen die Auswirkungen von Starkregen erhöht werden. Das Prinzip: Mehr Schutz durch Wissen und bessere Anpassungsmöglichkeiten bzw. Vorsorgestrategien jedes einzelnen vor Ort! 

 

Der Fokus des Konzepts liegt somit auf der Entwicklung eines integralen Handlungskonzeptes bzw. einer Gesamtstrategie zur Risikominimierung. Die konkrete Planung und Umsetzung von technischen Schutzmaßnahmen ist dabei nicht Bestandteil des Sturzflutrisikomanagement-Konzepts. Eine Maßnahmenumsetzung obliegt im Anschluss den jeweiligen Akteuren und Entscheidungsträgern. Also uns allen als Gemeinde! 

 

Bei wem das Wort „integral“ Fragezeichen aufkommen lässt – der Begriff kann in unserem Kontext auch mit „umfassend“ ersetzt werden. Es soll betonen, dass die Problemstellung aus mehreren Perspektiven betrachtet bzw. angegangen werden soll und angepasste Lösungsstrategien auf Basis der lokalen Strukturen bzw. Gegebenheiten, unter Einbindung möglichst vieler betroffener Akteure vor Ort, geschaffen werden sollen.  

 

Ihre Mithilfe ist somit gefragt und Sie sind herzlich eingeladen sich im Zuge des Konzeptes mit Ihren Erfahrungen einzubringen!  

 Seien Sie von Anfang an dabei … 

 

…und kommen Sie zu unserer 1. Informationsveranstaltung am 24.09.2026 – hier werden Sie alle wichtigen Informationen zu unserem Sturzflutrisikomanagement-Konzept erhalten und die Möglichkeit bekommen Ihre Fragen zu stellen.  

 

Sie können nicht teilnehmen?  

 Halten Sie sich auf dem Laufenden – wir aktualisieren unsere Website mit den neusten Informationen/News zu unserem Sturzflutrisikomanagement. Auch finden Sie untenstehend weitere Links zu hilfreichen Informationsquellen. 

  

Ihre Erfahrungen sind gefragt!  

Im Rahmen der ersten Konzeptphase (Bestandsanalyse) führen wir außerdem eine Bürgerbeteiligung bzw. – Befragung durch. Um die Realität der Überflutungssituation möglichst genau abbilden zu können, sind Sie zum Mitwirken aufgerufen! All diejenigen von Ihnen, die in der Vergangenheit von Überflutungsschäden in Zusammenhang mit Starkregen betroffen waren, bitten wir diese unbedingt über den Online Fragebogen zu melden. Ihre Informationen liefern wichtige Grundlagen, um das hydraulische Modell möglichst gut an die Verhältnisse vor Ort anzupassen und realitätsnahe Ergebnisse zu erzielen, auf welchen das Konzept im Weiteren aufbauen kann. 

 

Die Umfrage beginnt am 24.09.2026 – dann können Sie Ihre Informationen einfach und bequem: 

– über den online Fragebogen eingeben (bevorzugt),
– das bei uns auf der Gemeinde ausliegende Fragebogen-Formular nutzen. 

 

Hier werden Sie ab dem 24.09.2026 den Link zum Online-Fragebogen finden… 

(Eine Teilnahme ist bis zum 15.11.2026 möglich, anschließend werden wir Ihre Angaben auswerten.) 

 

Wir freuen uns über Ihr Interesse, ihre Unterstützung bei der Fragebogen-Aktion und darauf Sie bei der 1. Informationsveranstaltung begrüßen zu dürfen! 

 

 

Links zu hilfreichen Informationsquellen finden Sie hier:  

https://www.lfu.bayern.de/wasser/starkregen_und_sturzfluten/index.htm   

https://www.stmuv.bayern.de/themen/wasserwirtschaft/foerderung/sturzfluten.htm  

https://www.bmuv.de/faq/welche-vorsorgemassnahmen-kann-ich-gegen-starkregen-und-hochwasser-treffen 

https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/veroeffentlichungen/sonderveroeffentlichungen/2018/leitfaden-starkregen.html 

https://www.hochwasserinfo.bayern.de/hochwasserschuetzer/hochwasser_check/index.htm 

https://www.fib-bund.de/Inhalt/Themen/Hochwasser/  

https://hochwassermanagement.rlp-umwelt.de/servlet/is/176953/ 

https://www.hochwasserzentralen.de/